Gerner, Nadine; Hansen, Lina: Ökofeminismus zwischen Theorie
und Praxis. Eine Einführung. Münster: Unrast, 2024, 300 Seiten,
€ 19,80
Gelesen von Stephanie Arzberger
In den aktuellen krisenhaften Zeiten ist es nicht nur das Klima,
das vielen Kopfzerbrechen bereitet. Die Zerstörung von
Ökosystemen durch die kapitalistische Lebensweise, die unterschiedlichen
diskriminierenden Verhältnisse in diesem kapitalistischen
System und die damit verflochtenen mannigfaltigen
Krisen unserer Zeit sind zentrale Themen der verschiedenen
Strömungen des Ökofeminismus und auch Ausgangspunkt
für dieses Buch.
Hier setzen die Autorinnen Nadine Gerner und Lina Hansen
in ihrem einleitenden Kapitel an: Es berücksichtigt in einer
kapitalismuskritischen Herangehensweise die Verflechtungen
der aktuellen Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und
Gesellschaft und setzt diese untereinander in Verbindung.
Entsprechend bietet es uns auch keine eindimensionale Definition
von dem Ökofeminismus, sondern setzt uns in den
darauffolgenden Kapiteln die Entwicklungen verschiedener
ökofeministischer Strömungen seit den Anfängen auseinander
und bettet diese wiederum in den weiteren Abschnitten
des Buches in theoretische Zusammenhänge ein. Praxisorientiert
und essayistisch wird es im abschließenden Kapitel.
Beispielhaft werden Initiativen, Netzwerke und Organisationen
international vorgestellt, die sich dezidiert ökofeministisch
verorten oder verortet werden können.
Es handelt sich bei Ökofeminismus zwischen Theorie und
Praxis um ein Buch für Ökofeminist:innen und für alle, die es
werden wollen. Es bietet keine Anleitung für ökofeministisches
Handeln oder gar ein gerechtes Zusammenleben, sondern
ist als Einführungsbuch viel mehr ein Plädoyer für kontextbezogene
und verschiedene Denkansätze für gesamtgesellschaftliche
Veränderungen und ein besseres Leben für alle.
Besonders schön sind die Handlungsimpulse, die die Autorinnen
den Leser*innen am Ende ihres Buches mitgeben.
Große Empfehlung.
Stephanie Arzberger arbeitet seit 2011 beim STICHWORT mit.
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